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Erfahrungsbericht: Ines Wallmen

Ines Wallmen
„Die Erfahrungen, die ich hier sammeln konnte, werden mich, da bin ich mir ganz sicher, mein ganzes Leben lang begleiten und es war definitiv auch nicht der letzte Aufenthalt in diesem Land.“

1. Motivation und Entscheidung
Hätte man mir am Anfang meines Studiums erzählt, ich würde im Laufe dessen ein Auslandssemester absolvieren, hätte ich wahrscheinlich nur geschmunzelt. Im Gegenteil habe ich mich mit Absicht für einen Studiengang entschieden, der es den Studierenden freistellt, ein Semester im Ausland zu verbringen oder nicht. Ich interessiere mich schon eine lange Zeit für die koreanische Kultur, Lebensweise und Sprache, weshalb es schon lange ein großer Traum war, einmal dorthin zu reisen, nicht als Bestandteil meines Studiums, sondern als klassischer Urlaub. Als dann jedoch im dritten und vierten Semester bei meinen Kommiliton*innen immer wieder das Thema Auslandssemester zur Sprache kam, fing auch ich an doch darüber nachzudenken. So entschied ich mich letzten Endes dafür, es auch zu wagen und mir meinen Traum in einem noch größeren Umfang und für eine längere Zeit zu erfüllen.

Skyline von Seoul

2. Organisation
Erst einmal haben mir jegliche Infoveranstaltungen der Hochschule Koblenz zum Thema Auslandssemester enorm geholfen. So hatte ich eine ungefähre Vorstellung davon, was ich in welchem Zeitraum alles erledigen muss und konnte alle Fristen einhalten, ohne etwas zu vergessen. Mein erstes Beratungsgespräch bei Frau Stumm war ebenfalls sehr aufschlussreich, ich habe weitere wertvolle Tipps von ihr bekommen und sie hat mich sehr gut beraten. Bei diesem Gespräch wurde auch direkt sehr schnell klar, dass ich als Freemover ins Ausland gehen werde, da die „Solbridge International School of Business“, die einzige Partneruniversität in Korea, nicht in Seoul liegt, was jedoch ein wichtiges Kriterium für mich war. Sie klärte mich jedoch darüber auf, dass es einige Agenturen gibt, die sich auf Freemover spezialisiert haben und diese bei der Organisation unterstützen, sodass ich nicht ganz allein da stand. Und natürlich stand die Hochschule auch trotzdem noch für andere Fragen wie die anschließende Anerkennung, Finanzierung etc. zur Verfügung.
Anschließend recherchierte ich nach einer Agentur, die für mich infrage kommt und entschied mich letztendlich für IEC (International Education for Global Minds). Diese kann ich auch voller Überzeugung weiterempfehlen. Die Kommunikation verlief immer reibungslos, Fragen wurden immer schnell beantwortet und ich wurde (was gerade in dieser unsicheren Zeit von Corona sehr wichtig war) immer so gut es geht auf dem neuesten Stand gehalten. Die Agentur hat mich während des gesamten Bewerbungsprozesses unterstützt und alle nötigen Unterlagen für mich eingereicht, sodass es zu keinen Fehlern kommt. Eine Bearbeitungsgebühr musste ich auch nicht bezahlen, der gesamte Service war kostenlos. Neben dieser Agentur gibt es auch noch andere wie beispielsweise Asia Exchange.

Wahl der Universität
Die Agentur hatte insgesamt zwei verschiedene Universitäten in ihrem Portfolio, zwischen denen ich mich entscheiden konnte. Aufgrund der großen Auswahl an englischsprachigen Kursen, der guten Stellung im Universitäts-Ranking und auch der Attraktivität des Campus, entschied ich mich für die Konkuk University. Auch dies war eine sehr gute Entscheidung, da sich im Nachhinein herausstellte, dass die Lage der Universität nahezu perfekt ist, um alles Sehenswerte schnell zu erreichen.

Campus der Konkuk University


Finanzierung und Kosten
Die Studiengebühren belaufen sich auf ca. 3.000 €. Wenn man Auslandsbafög erhält, werden diese jedoch komplett übernommen, ohne dass man sie zurückzahlen muss. Dies ist jedoch nur bis zu einem bestimmten Betrag (meines Wissens ca. 4.600 €) der Fall. Ich habe im Studentenwohnheim der Konkuk gewohnt, welches sich am Rande des Campus befindet. Die Kosten dafür sind insgesamt umgerechnet ca. 1.500 €. Das waren die größten Ausgaben, die bereits vor der Reise angefallen sind. Dazu kommt noch der Flug (ca. 700-800 €) und eine zwingend abzuschließende Auslandskrankenversicherung (ca. 200 € für 6 Monate). Ich schätze die Lebenshaltungskosten als ziemlich ähnlich zu Deutschland ein. Lebensmittel wie Obst und Gemüse sind vergleichsweise teuer, dafür ist es jedoch viel günstiger außerhalb essen zu gehen und auch die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ist um einiges günstiger. Wie oben bereits erwähnt hat man zum einen die Möglichkeit, sich um Auslandsbafög zu bewerben, es gibt aber auch zahlreiche Stipendien und auch Kredite speziell für Studierende, die die Finanzierung erleichtern. Da würde ich mich jedoch individuell in der Hochschule beraten lassen bzw. selbst recherchieren. Anreisevorbereitungen Um in Korea studieren zu können, wird das D-2-Visum, auch Studentenvisum genannt, benötigt. Aufgrund der derzeitigen Corona-Lage konnte dieses nur persönlich direkt in der Außenstelle der koreanischen Botschaft in Bonn beantragt werden. Nachdem ich dort alle nötigen Unterlagen, welche auf der entsprechenden Website aufgeführt sind, eingereicht habe, wurde mir das Visum ca. 3 Wochen später elektronisch übermittelt und ich konnte es ausdrucken. Den Hin- und Rückflug habe ich in Einem direkt bei der koreanischen Fluggesellschaft „Korean Air“ weniger als einen Monat vorher gebucht. Diese Airline kann ich auf jeden Fall empfehlen und auch der Preis war angemessen. Als Versicherung habe ich nur die obligatorische Auslands-Krankenversicherung abgeschlossen. Dabei habe ich mich auf die Empfehlung von IEC verlassen und die Versicherung der Hanse Merkur gebucht. Damit hatte ich ebenfalls keinerlei Probleme.

Unterkunft und Verpflegung
Wie bereits erwähnt habe ich im Studentenwohnheim der Universität gelebt. Dazu habe ich mich entschieden, da es sich nach einiger Recherche als sehr schwierig erwies, auf eigene Faust eine Unterkunft zu finden. Mit einem Preis von ca. 400 € war es außerdem eine sehr günstige Alternative da Wohnen in Seoul recht teuer ist. Bedenken muss man dabei jedoch, dass es sich um sehr kleine Zimmer (mit eigenem Bad) handelt, die man sich noch mit einer Mitbewohnerin oder einem Mitbewohner teilt. Darunter leidet die Privatsphäre natürlich sehr. Andererseits habe ich mich persönlich jedoch sehr gut mit meiner Mitbewohnerin verstanden und war auch die meiste Zeit über eher froh nicht allein zu sein und immer jemandem zum Reden zu haben. Zur Verpflegung konnte man noch vor der Anreise oder auch vor Ort einen Mealplan buchen. Mit diesem hatte man je nach Auswahl eine bestimmte Anzahl an Mahlzeiten, die man in der Mensa essen konnte. Ich habe diesen Plan jedoch nicht gebucht. Vielmehr war ich sehr oft außerhalb essen und habe mich im Supermarkt oder Convenience Store mit Lebensmitteln eingedeckt und selbst versorgt. Zu beachten ist jedoch, dass man im Wohnheim (zumindest an der Konkuk) nicht kochen kann.

Dorm Room


3. Die Universität
Die 1931 gegründete Konkuk University befindet sich heute unter den Top 10 der koreanischen Universitäten. In Anbetracht der Anforderungen und großen Anzahl an Universitäten in Südkorea ist dies sehr beeindruckend. Der Campus ist sehr modern gestaltet und alle Gebäude gruppieren sich um einen wunderschönen See in der Mitte des Campus. Leider fanden während meines Aufenthaltes keine Präsenz-Lehrveranstaltungen statt, sodass ich nicht wirklich etwas über die Lehrräume sagen kann. Dennoch war der Campus glücklicherweise keinesfalls leer. Trotz der Situation war er sehr lebhaft, und man konnte auch mit den einheimischen Studierenden Kontakte knüpfen. Wie bereits erwähnt befindet sich die Universität außerdem in einer sehr guten Lage. Vom Studentenwohnheim sind es nur 10 Minuten bis zur nächsten U-Bahn Station und die meisten sehenswerten Spots innerhalb von Seoul sind in höchstens einer halben Stunde zu erreichen.

Konkuk University

4. Aufenthalt im Gastland und Erfahrungen
Wie bereits erwähnt beschäftige ich mich schon lange mit dem Land Südkorea. Auch mit dem Lernen der Sprache habe ich vor meinem Aufenthalt begonnen und mir die wichtigsten Grundkenntnisse beigebracht. Ich kann jedem nur empfehlen zumindest das koreanische Alphabet und ein paar Vokabeln zu lernen. Mich hat das Erlernen der koreanischen Zeichen nur eine Woche gekostet, es ist viel einfacher als man sich vorstellt, man fühlt sich aber direkt nicht mehr so verloren, wenn man diese dann wirklich sieht. Einige Wörter versteht man dann sogar, obwohl man sie eigentlich nicht gelernt hat, da sie den englischen Wörtern sehr nahekommen. Generell ist es mit der englischen Sprache entgegen meinen Erwartungen etwas schwieriger. Viele Koreaner*innen können nur wenig oder kein Englisch sprechen oder trauen sich zumindest nicht, da sie doch eher schüchtern sind. Trotzdem hatte ich nie Probleme mich zu verständigen, zur Not reicht dann auch das einfache Zeigen auf die Speisekarte. Zu sehen gibt es allein in Seoul unglaublich viel. Jeder Stadtteil bietet seine eigene besondere Atmosphäre mit verschiedenen Attraktionen und Dingen, die man machen kann. Besonders beeindruckt war ich von der Aussicht, die man vom Namsan Tower, der bekanntesten Sehenswürdigkeit in Seoul hat.
Außer Seoul gibt es natürlich noch andere Reisziele in Südkorea. Ich habe unter anderem die Stadt Busan besucht, in der es wundervolle Strände zu sehen gibt.
Generell ist zu sagen, dass wirklich kein Tag langweilig ist. Auch wenn man sich einfach nur in die U-Bahn setzt und an einer beliebigen Station aussteigt, kann man sicher sein, etwas Neues zu entdecken. Das ist, was mich an Seoul so begeistert hat. Da ich ein Mensch bin, der nicht nur isst, um seine Bedürfnisse zu befriedigen, sondern dem es wirklich Spaß macht, war ich außerdem von den Speisen sehr begeistert. Die koreanische Küche ist sehr vielfältig und auch wenn man die westliche Küche ein bisschen vermisst, findet man zahlreiche Restaurants, die dies anbieten. Ich habe nicht ein einziges Mal in der ganzen Zeit, die ich in Korea verbracht habe, etwas gegessen, dass mir überhaupt nicht geschmeckt hat. Im Gegenteil hat das Essen jeden Tag immer noch etwas besser gemacht. Schön ist außerdem, dass es so günstig ist, außerhalb zu essen. Wenn man darauf achtet, kriegt man schon für 3-5 € eine vollwertige Mahlzeit, sodass es sich gar nicht erst lohnen würde, selbst zu kochen.

Strand

5. Fazit
Ich kann jedem nur empfehlen ein Auslandssemester in Südkorea zu absolvieren. Es hat mich in vielerlei Hinsicht und Bereichen weitergebildet und wachsen lassen und ich kann voller Überzeugung sagen, dass es meine beste Entscheidung bisher war. Auch wenn die Menschen eher schüchtern und zurückhaltend sind, sind sie dennoch immer freundlich und aufgeschlossen. Die Erfahrungen, die ich hier sammeln konnte, werden mich, da bin ich mir ganz sicher, mein ganzes Leben lang begleiten und es war definitiv auch nicht der letzte Aufenthalt in diesem Land.