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Online-Auslandssemester in der Corona-Pandemie: 3 Studierende im Interview

Matilda, Andreas und Sebastian verbindet, dass sie mit IEC gerade ein Online-Auslandssemester von Deutschland aus absolvieren. Wir haben nachgefragt wie ihr Studienalltag aussieht und ob ein solches Semester eine ernstzunehmende Alternative in Zeiten von Corona sein kann.

Im Online-Auslandssemester gibt es für Matilda, Andreas und Sebastian den heimischen Schreibtisch statt Sonne und Palmen vor Ort
Im Online-Auslandssemester gibt es für Matilda, Andreas und Sebastian den heimischen Schreibtisch statt Sonne und Palmen vor Ort
Plan B: Online-Auslandssemester

Auch wenn wir uns für das aktuelle Herbstsemester eine andere Situation gewünscht hätten, bleibt ein Auslandssemester vor Ort schwierig. Auch Matilda, Andreas und Sebastian konnten auf Grund von Reisebeschränkungen durch Corona ihren Studienplatz im Herbst nicht vor Ort antreten. Allerdings haben die drei aus ihrer Situation das beste gemacht und sich dazu entschieden ihr Studium trotzdem zu beginnen. Online, von Deutschland aus. Matilda studiert Umweltingeneurswesen - Bau an der Beuth Hochschule für Technik Berlin und belegt in diesem Bereich derzeit Online-Kurse an der australischen University of New South Wales. Die Kommilitonen Sebastian und Andreas studieren Wirtschaftsingeneurswesen an der Technischen Hochschule Deggendorf und belegen Online-Kurse an der amerikanischen San Diego State University. Wie kam es zu dieser Entscheidung fürs Online-Auslandssemester? 

Matilda hatte auf ein Auslandssemester vor Ort in Sydney gehofft
Matilda hatte auf ein Auslandssemester vor Ort in Sydney gehofft
Mit "grenzenlosem Optimismus" ins Online-Studium

“Der Plan war eigentlich ein Auslandssemester in Kanada zu machen”, erzählt Matilda. "Das sah auch gut aus, bis es wegen Corona auf Online umgelegt wurde. Daraufhin habe ich das Semester erst mal wieder abgesagt, weil ich gehofft hatte, dass ich doch noch vor Ort studieren kann. Ich dachte mir dann, dass ich es mit Australien versuche, weil dort die Fallzahlen so niedrig sind. Also habe ich mich letztlich für die UNSW entschieden.”
Aber auch in Australien war die Einreise letztendlich nicht möglich, sodass Matilda ihr Studium doch online beginnt. Die Studiengebühren werden von ihrem Stipendiengeber übernommen. “Man sollte natürlich nicht unterschätzen, dass es nicht das Gleiche ist. Ich habe mich aber dafür entschieden, weil es ja trotzdem eine Erfahrung ist.” Matilda studiert zudem mit der kleinen Hoffnung im Laufe ihres Auslandsstudiums vielleicht doch noch nach Australien einreisen zu können.

Bei Sebastian und Andreas war es der “grenzenlose Optimismus”, wie Andreas selbstironisch sagt, der maßgeblich für ihr Online-Semester verantwortlich ist. Als sie im Februar die Zusage der San Diego State University erhalten, wollten sie den Wunsch nicht aufgeben, dass sie im November ins Land einreisen können. Als das nicht klappt, müssen sie ihre Erwartungen ans Auslandssemester anpassen. Da beide bereits im fünften Semester studieren, hätte es für sie keine andere Möglichkeit mehr gegeben ins Ausland zu gehen. Wie Matilda, werden auch bei Andreas und Sebastian die Studiengebühren von einem Stipendium getragen. Sebastian weiß, dass es fürs Auslandssemester “generell natürlich schon besser gewesen wäre”, wenn Andreas und er die Erfahrung vor Ort gemacht hätten: “Was mir etwas fehlt ist vor allem das Sprechen und die direkte Kommunikation. Allerdings hat sich mein Lese-und Hörverständis schon sehr verbessert.” 

Das Online-Auslandssemeter bietet Studierenden die Möglichkeit ein internationels Studiensystem kennen zu lernen
Das Online-Auslandssemeter bietet Studierenden die Möglichkeit ein internationels Studiensystem kennen zu lernen
Studienalltag im Online-Auslandssemester

Da müssen wir einmal genauer nachfragen. Wie ist das überhaupt mit der Kommunikation, vor allem auch in Anbetracht der Zeitverschiebung. Wie sieht so ein Studienalltag im Online-Auslandssemester aus? Für Australien und die USA läuft das internationale Online Studium relativ ähnlich ab und zwar weitestgehend asynchron. Das heißt, Vorlesungen werden auf Grund der Zeitverschiebung aufgezeichnet und online zum Selbststudium zur Verfügung gestellt. Durch regelmäßige Hausaufgaben und wöchentliche Assignments wird sichergestellt, dass man motiviert bleibt. Das weiß vor allem Sebastian an der SDSU sehr zu schätzen: “In Deutschland ist es mir teils schwer gefallen am Ball zu bleiben, weil man ja immer nur am Ende die Prüfungen hat. Jetzt, durch die regelmäßigen Assingments ist man gefordert dem Stoff zu folgen und alles sofort nachzuarbeiten. Für mich ist es da einfacher mein Studienziel zu erreichen.”
Auch Matilda fallen die Unterschiede zwischen ihrer Heimatuni und der UNSW sehr positiv auf: “Die UNSW ist einfach super organisiert. Vorlesungen werden automatisch aufgenommen. Abgaben haben immer eine 24h Deadline, damit das jeder in seiner Zeitzone machen kann. Der Austausch mit den Professor/innen klappt trotz großer Kurse super gut. Die Uni hat das einfach drauf und ist da mehr hinterher. Ich finde es auch viel besser, dass man nicht am Ende eine Klausur schreibt, sondern während des Semesters verschiedene Aufgaben hat. Wir haben Gruppenarbeit und Einzelabgaben und hier ein Quiz und da einen Vortrag und ich mag das persönlich mehr. Das gefällt mir schon sehr gut am australischen System.”  

Im Online-Auslandssemester bleibt der Austausch mit den Mitstudierenden virtuell
Im Online-Auslandssemester bleibt der Austausch mit den Mitstudierenden virtuell
Internationaler Austausch trotz Online-Semester?

Das Online Studium an sich klappt also gut. Aber kommt bei einem Online-Auslandssemester auch so etwas wie Auslandsstimmung auf? Andreas und Sebastian tun sich damit schwer. Matilda findet “irgendwie schon”: “Ich finde dadurch, dass das komplette Studium auf Englisch ist, und man sich auch mit den Leuten auf Englisch unterhält, merke ich auf jeden Fall, dass es etwas ganz anderes als mein Studium in Berlin ist. Es ist natürlich nicht das Gleiche und ein großer Teil des Auslandssemesters, was die Erfahrungen und die kulturellen Auseinandersetzungen angeht, fällt natürlich weg. Das muss jeder für sich selbst entscheiden, inwiefern einem das genügt. Der Bildungsanteil an der UNSW ist auf jeden Fall zu 100% da. Und das ist der große Teil, der mir fast ausreicht.”

Matilda erlebt in Ihrem Studium trotz der großen Entfernung internationalen Austausch. Ihr Studium ist stark auf Gruppenarbeit ausgelegt und so kommt sie immer wieder in den Kontakt mit Kommilitonen aus der ganzen Welt: “Eine meiner Kommilitoninnen, die ebenfalls ihr Auslandsstudium wegen Corona nicht antreten konnte, absolviert das Online Semester gerade von China aus. Deswegen kann sie zum Beispiel nicht, wie wir anderen, mit dem Facebook Messenger, Google, oder Google Docs arbeiten und das macht die Sache natürlich erst mal schwierig. Aber auch das ist eine Challenge, der man sich stellen muss und so auch mal neue Programme kennen lernt, mit denen die Zusammenarbeit dann funktioniert. Allgemein findet schon ein gewisser Anteil dieses internationalen Austausches statt, wenn man möchte. Da muss man natürlich auch ein bisschen selber hinterher sein, sich kümmern und den internationalen Austausch anregen. Die Leute mit denen ich bis jetzt zusammengearbeitet habe, waren da aber sehr interessiert.” 

Matilda hat im virtuellen Auslandssemester ihre Organisationsskills verbessert: "Vorausschauen, Planen, nicht immer alles auf den letzten Abend machen. Das wird auf jeden Fall gefördert."
Matilda hat im virtuellen Auslandssemester ihre Organisationsskills verbessert: "Vorausschauen, Planen, nicht immer alles auf den letzten Abend machen. Das wird auf jeden Fall gefördert."
Kein Ersatz, aber eine Alternative

Ein Auslandssemester von Deutschland aus ist in jedem Fall eine besondere Erfahrung. “Wenn wir mit Leuten darüber reden, dass wir gerade ein Auslandssemester machen, dann kommt als erste Reaktion oft ein Grinsen, im Sinne von ‘Was macht ihr?’”, erzählt Sebastian. “Ich finde so ein Semester ist auf jeden Fall etwas außergewöhnliches. Und das hätte sich vielleicht auch nicht jeder zugetraut. Ich glaube, dass wir da später viel draus ziehen können, auch wenn es kein ‘richtiges’ Auslandssemester war.”

Ein Auslandssemester von Deutschland aus ist kein Ersatz für ein Auslandssemester vor Ort, aber kann eine Alternative sein. Matilda, Andreas und Sebastian bereuen ihre Entscheidung auf jeden Fall nicht. Matilda hat das Gefühl, dass sie ihre Organisationsskills verbessern konnte und Sebastian und Andreas freuen sich über den ganzen neuen Studieninput, den sie durch das internationale Studiensystem bekommen. Wir wünschen den drei viel Erfolg bei ihrem restlichen Studium und hoffen, dass bald auch wieder ein Studium vor Ort möglich sein wird.

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